22.10.2006: Freeware-Tipp - Klangverbesserung durch Winamp-Plugins PowerFX und DFX 8

Manch einer kennt es vielleicht schon als früheren Tipp: das klangverbesserende Winamp-Plug-in PowerFX2 von Audioburst. Es liegt seit Oktober 2006 in einer verbesserten Version 2.10 vor. Bei Benutzung der bisherigen Version 2.02 in Winamp sollte sich eine Update-Meldung bemerkbar machen. Die neue Version bietet eine verbesserte Oberfläche zur Steuerung und Konfiguration der verschiedenen Effekte, die von PowerFX angeboten werden. Ein Tipp zur Installation: Wer schon Version 2.02 auf dem Rechner vorliegen hat, sollte dieses erst deinstallieren und dann die neue Version aufspielen. Diese benötigt einen eigenen Installationsordner und bindet sich dann während des Setups selbstständig in den Plug-in-Ordner von Winamp ein.

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Man findet das Plug-in danach in den Einstellungen von Winamp im Unterpunkt "Plugins/Ausgabe" (siehe Screenshot 1). Das Setupprogramm fragt nach erfolgreicher Installation, ob man Winamp mit dem Plug-in aufrufen möchte, was durchaus empfehlenswert ist. Anschließend zeigt sich ein neues, schmales Übersichtsfenster mit einer Registerlasche namens "FX System", das im unteren Teil zwei Bereiche hat, nämlich "System Components" und Active FX Components".

 

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Über erstere aktiviert man die Zusatzfunktionen Crossfader, Beep Sound, Resampler und Spectrum Analyser. Bis auf den Resampler ist alles standardmäßig aktiviert, was ich auch empfehle, so zu übernehmen. Der Crossfader blendet beim Starten und Beenden der Musikwiedergabe sowie beim Stückwechsel weich über. Beep Sound bringt einen kleinen Kontrollton, wenn man beispielsweise die Pausenfunktion von Winamp nutzt. Und der Spectrum Analyser blendet im unteren Bereich des Dialoges eine grafische, rote Frequenzspektrumanzeige ein.

 

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Interessant ist der Resampler, der standardmäßig nicht aktiviert ist. Man kann ihn im Übersichtsdialog ein- und ausschalten; über die Schaltfläche "Config" gelangt man in die erweiteren Konfigurationseinstellungen, wo man genauer festlegen kann, auf welche Sampling-Frequenz die Musik umgerechnet werden soll. Wenn überhaupt, macht hier ein Resampling auf 48 KHz Sinn, weil viele Soundkarten (insbesondere preiswertere) hier ihre beste Klangqualität liefern. Die Effekte dürfte aber nur für Leute mit sehr guten Ohren und Lautsprechern hörbar sein. Bei einem Test mit einer hochwertigen Terratec-Soundkarte hatte ich den Eindruck, dass der Klang bei aktiviertem Resampling eher etwas an Feinzeichnung verliert. Bei billigen Standardsoundkarten könnte es aber umgekehrt sein, das sollte jeder einmal selbst ausprobieren. Im Zweifelsfall die Option lieber nicht nutzen, da das Resampling (insbesondere in Einstellung "Accuracy High/Extreme") eine erhöhte CPU-Belastung bewirkt. Wer mit seinem Rechner parallel arbeitet, sollte daher lieber darauf verzichten.

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Aber nun zum eigentlich klangverbessernden PowerFX-Modul, das im unteren Bereich des Kontrolldialoges aktiviert sein muss. Wenn dort "(none)" ausgewählt ist, klicken Sie bitte auf "PowerFX" (wie in der Abbildung zu sehen). Sollte das Konfigurationsfenster des PowerFX-Moduls noch nicht wie in den oberen Abbildung zu sehen aktiv sein, klicken Sie auf die Schaltfläche "Config...". Die Klangverbesserung wird durch psychoakustische Algorithmen erreicht, die man in ähnlicher Art - nur umgekehrt wirkend - bei der Kompression von Audioformaten wie MP3 verwendet. Das Plug-in erhöht die Dynamik, Lebendigkeit und Räumlichkeit der Musik, ohne die eigentliche Klangcharakteristik so zu verändern, wie es ein simpler Equalizer tut (den ja auch schon Winamp mitbringt). Der Effekt ist deutlich hörbar, klingt zumeist bei jeder Art von Musik besser und ist umso beeindruckender, je besser die Lautsprecher sind. Dabei geht PowerFX deutlich dezenter vor als das alternative, gleich besprochene DFX-Plugn-in. In der Freeware-Version sind die Klangeinstellungen für Bässe und Höhen auf Neutral gestellt, man kann die Regler zwar verschieben, sie fallen aber wieder in die Grundstellung zurück. Dort gehören Sie nach meinem Klanggeschmack aber auch hin, wie sich überhaupt das PowerFX-Plug-in eher durch eine dezente, nie übertriebene Klangbeeinflussung hervortut.

Im unteren Bereich gibt es zwei Drehregler, Fidelity und Ambience. Sie stehen auf 0, lassen sich aber mit der Maus temporär verstellen. Dabei muss man die Maustaste gedrückt halten, nur die kostenpflichtige Vollversion für ca. 20 Euro erlaubt eine dauerhafte Veränderung. Die Klangbeeinflussung durch diese beiden Effekte wirkt sich v. a. auf die Höhen bzw. die Brilliance der Musik aus. Für meinen Geschmack sind 1-2 Stufen durchaus okay, mehr ist übertrieben. Aber das hängt auch stark von der Klangcharakteristik der gehörten Musik und verwendeten Lautsprecher ab. Ganz oben findet sich übrigens noch eine Schaltfläche names "Presets...". Über diese kann man Voreinstellungen für verschiedene Klangtypen laden, die man auch in der Freeware-Version auswählen kann, aber nicht dauerhaft aktivieren kann. Hier kann man per Mausklick stark unterschiedliche Klangeinstellungen in ihrer Auswirkung testen.

Diese beiden Klangeffekte führen uns dann auch direkt zur Konkurrenz, nämlich dem "Audio Enhancer" DFX 8 von FXsound.com. Es arbeitet vom Prinzip sehr ähnlich wie PowerFX und ist ebenfalls in einer kostenlosen, aber funktionsreduzierten und einer erweiterten, kostenpflichtigen Version erhältlich. Im Unterschied zu PowerFX gibt es die Erweiterung nicht nur für Winamp, sondern auch für andere gängige Media Player wie den Windows Media Player oder den RealPlayer. Man kann eine Vollversion kaufen, die für alle Player verwendet werden kann. Sinn macht das meiner Meinung nach nicht so besonders, ich würde wie bei PowerFX zur Verwendung mit Winamp raten.

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Weitere Unterschiede zu Winamp sind: man muss sich für den Download der Freeware-Version mit einer E-Mail-Adresse registrieren. Das Plug-in bindet sich nicht über die "Output"-Schnittstelle von Winamp ein, sondern als DSP-Effekt. Das hat den Vorteil, dass man es mit anderen Output-Plug-Ins (theoretisch also auch PowerFX) parallel betreiben kann, da immer nur je ein Output- bzw. DSP-Plug-in in Winamp aktiv sein kann. Neben der auffallend anderen Benutzeroberfläche (siehe Screenshot) gibt es dann schließlich v. a. auch Unterschiede beim Klang. Denn bei DFX 8 sind die Effekte Fidelity und Ambience auf Stufe 4 voraktiviert. Wie bei PowerFX lassen sich die Effekte in der Freeware-Version nur ein- oder ausschalten, aber nicht in ihrer Intensität regeln. Das wäre meiner Meinung nach aber bei DFX dringend notwendig, denn für meinen Geschmack sind alle 4 Effekte (Fidelity, Ambience, Dynamic Boost und Hyperbass) zu stark eingestellt. Die Klangveränderung ist deutlich stärker als bei PowerFX, insbesondere der Hyperbass meint es etwas gut. Da Computerlautsprecher mit eigenen Subwoofer zumeist sowieso schon recht viel Bass haben, wummert es hier schnell ganz schön heftig los. Aber es gibt ja viele, denen gefällt sowas ;-).

Man kann alle Effekte über die kleine grüne Schaltfläche links neben dem Schieberegler einzeln ausschalten. Oder alle zusammen über den großen, grünen "Power"-Button im unteren Bereich. Es dauert allerdings schon mal 2-3 Sekunden Verzögerung, bis anschließend die Umschaltung auch im Klangbild zu hören ist. Wie schon gesagt, für meinen Geschmack legt DFX zu viel auf, bei Lautsprechern, die aber wenig Dynamik haben und recht muffig klingen, kann gerade das von Vorteil sein. Daher sollte es wohl jeder einmal selbst probieren. Für halbwegs gut klingende Lautsprecher empfehle ich Dynamic Boost und Hyperbass auszuschalten und nur die beiden auf die Brilliance wirkenden Effekte Fidelity und Ambience zu nutzen. Wie schon bei PowerFX gesagt, ist die (in der Freeware-Version nicht änderbare) Stufe 4 aber in den meisten Fällen zu stark.

Unterm Strich erscheint mir PowerFX als das klanglich hochwertigere Plug-in, bei dem sich durchaus der Kauf der Vollversion für ca. 20 Euro lohnen dürfte. Damit kann man dann nämlich auch die von DFX verwendeten Fidelity/Ambience-Effekte einschalten, aber auf moderaterer Stufe. Aber auch wer kein Geld ausgeben möchte, findet in den Freeware-Versionen schon beeindruckende Aufwertungen für seine Lautsprecher. Wer recht hochwertige Lautsprecher hat und eher ruhige Musik hört, dürfte PowerFX bevorzugen. Wer es gerne "krachen lässt" und nicht bereits recht dynamische Lautsprecher hat, dürfte sich dagegen wohl eher für DFX erwärmen. Beide Plug-ins sind es aber auf jeden Fall wert, mal ausprobiert zu werden. (av/pc-lexikon.info).

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Ergänzende Artikel im Lexikon 2007: Audioformate, DSP, Lautsprecher/Subwoofer, Media Player/Medienplayer